1971 - 1981  /  Der Anfang der Beziehungen zwischen Dortmund und Breslau
Der Bensberger Kreis hatte im März 1968 sein "Memorandum deutscher Katholiken zu den polnisch-deutschen Fragen" veröffentlicht. Im Anschluss daran war insbesondere der KIK (Klub der Katholischen Intelligenz) in Breslau daran interessiert, intensivere Beziehungen zu diesem Kreis aufzunehmen. Mit der Arbeitsgruppe des Bensberger Kreises in Dortmund wurde vereinbart, jährlich gemeinsame Seminare zu theologischen und gesellschaftspolitischen Themen durchzuführen. Beide Seiten haben bei diesen Seminaren gerade wegen der unterschiedlichen politischen, wirtschaftlichen und kirchlich/theologischen Ausgangssituationen von einander gelernt und sind - und das ist besonders wichtig - dabei zu Freunden geworden.


1981 - 1991  /  Beginn der Partnerschaften Dortmund - Breslau
Als sich im Frühjahr 1981 die Versorgungskrise in Polen zuspitzte, sahen sich Mitglieder der Arbeitsgruppe Dortmund des Bensberger Kreises aus menschlichen wie politischen Gründen zur Hilfe aufgerufen. Die Hilfe sollte möglichst ökonomisch und effektiv sein und gleichzeitig das bewirken, was dem eigenen Erleben entsprach: den Kontakt zwischen den Menschen ermöglichen, die Arbeit an einer gemeinsamen Sache herbeiführen, damit Verständigung und Versöhnung zwischen unseren Völkern weitergehen.
Aus dieser Idee entstanden Partnerschaften zwischen einer evangelischen und 54 katholischen Gemeinden in Dortmund und Lünen und einer evangelischen und 39 katholischen Gemeinden in Breslau.
Bis Herbst 2006 wurden 57 Hilfstransporte mit Lebensmitteln, Säuglings- Kleinkinder- und Heilnahrung, Bekleidung, Medikamenten, medizinischen Hilfsmitteln und Geräten, sowie Geldspenden organisiert.


Was haben die Begegnungen und die Hilfe im Rahmen der Partnerschaften bewirkt?
Feindbilder und Stereotypen wurden abgebaut, Vorurteile und Klischees korrigiert. Wechselseitiges Vertrauen überbrückte das Trennende. Herzliche Gastfreundschaft unter schwierigen Bedingungen in Breslau brachte viele Deutsche zum Nachdenken und der gelebte gemeinsame Glaube war Grundlage von Versöhnung. Die Überlebenshilfe hat die Polen in ihrem Freiheitskampf bestärkt und schließlich 1989 eine politische Wende herbeigeführt.


Gründung der St. Hedwig Stiftung
Um die Hilfe und Kontakte noch professioneller organisieren zu können  wurde am 14.06.1991 während der Feierlichkeiten aus Anlass des 10-jährigen Bestehens der Partnerschaften in Breslau die Stiftung  gegründet.