Mittwoch, 27.07. und Donnerstag, 28.07.2011

Mit einer Verspätung von 90 Minuten begann am Abend die Busreise vom Dortmunder Busbahnhof nach Bielsko-Biala (Polen). Nach einer langen Fahrt erreichte die Gruppe am Donnerstagmittag um 13.00 Uhr das Ferienhaus Betania. Das Haus liegt ca. 7 km von der Stadt Bielsko-Biala entfernt, in unmittelbarer Nähe der Biskiden. Die deutsche - polnische Gruppe wohnte allein im Haus und wurde dort gut verpflegt. Nach der herzlichen Begrüßung und der Zimmerverteilung begann die Begegnung mit dem Mittagessen. Anschließend folgten Kennenlernspiele und eine Präsentation über Schlesien. Die deutsche Gruppe bekam ein Willkommensgeschenk mit Informationen, Karten und Präsenten aus der Region.

Freitag, 29.07.2011

Mit dem Bus fuhren wir in die Stadt und machten einen Spaziergang zum Zeichentrickfilmstudio. Hier wurde die Serie „Lolek und Bolek“ hergestellt sowie „Reksio“, ein kleiner Hund der sehr beliebt ist in Polen. Nach einer Führung und Besichtigung wurden einige Filme gezeigt. Nach dem Mittagessen wurde die Altstadt besichtigt mit dem Schloss und den typischen Marktplätzen. Zeit zu einem Einkaufsbummel wurde im neusten Einkaufszentrum verbracht. Ein Spaziergang durch die beleuchtete Altstadt und die Rückfahrt am späten Abend machte allen Spaß.

Samstag, 30.07.2011

Mit dem Bus und dem Zug wurde die Stadt Zywiec erreicht. Die Gruppe besichtigte die bekannte Brauerei mit Museum und anschließend wurde in der Braustube zu Mittag gegessen. Nach einem Spaziergang über den Markt und am Rathaus vorbei ging es, mit einem Zwischenstopp im Innenhof des alten Schlosses zurück durch den Schlosspark und mit Bus und Bahn nach Bielsko-Biala. Am Abend fand ein Besuch im „Spielcasino“ statt, vorbereitet von der deutschen Gruppe. Zu Beginn wurde ein Sprachspiel gespielt. Anschließend waren drei Tische mit Würfel und Kartenspielen, Poker und einem Quiz über Dortmund, NRW und Deutschland, vorbereitet. In kleinen Gruppen wurde an jedem Tisch gespielt und nach 30 Minuten gewechselt. Ein sehr fröhlicher und gelungener Abend!

Sonntag, 31.07.2011

Mit dem Besuch einer Heiligen Messe in der Kapelle des Stadtteiles begann der Sonntag. Leider regnete es den ganzen Tag und somit wurde das Programm spontan geändert. Nach dem leckeren Sonntagsessen wurde wieder gespielt. Musikanten die im Haus bei einem Geburtstag spielten, erheiterten uns sehr mit ihrer Liedauswahl. Als Höhepunkt erklang „Am Weihnachtsbaume die Lichter brennen“, ein unvergessliches Erlebnis.

Sehr beliebt war der Mau-Mau Tisch mit Pfarrer Vogt, die Pokerrunde und das Würfelspiel Kniffel. Am Abend zeigten uns die polnischen Jungs Kreisspiele und einen Tanz. Nach erstem Zögern hatten die Jugendlichen viel Spaß und es wurde noch ein schöner, langer Abend.

Montag, 01.08.2011

Immer noch Regen….Wieder wurde das Programm umgestaltet. Am Vormittag bereitete sich die Gruppe auf den Besuch in Auschwitz-Birkenau vor. Als erstes wurde eine Collage mit Begriffen erstellt (Assoziagramm) und gemeinsam Fakten und Informationen gelesen und danach vier Gruppen gebildet. Jede Gruppe hatte einen Brief eines Überlebenden des Holocaust und beschäftigte sich damit. Anschließend wurden darüber Bilder gemalt und Stichpunkte notiert, um die Person und ihre Aussagen und Botschaften an die Jugend vorzustellen. Der Text „ Brücken bauen „ und ein Film des Zentrum für Dialog und Gebet in Auschwitz waren der Abschluss dieses Vormittages. Die Gruppe hat sehr interessiert und engagiert mitgearbeitet! Als Ausgleich zu der schwierigen Thematik und wegen des schlechten Wetters hatte das Leitungsteam für den Nachmittag Bowlingbahnen in der Stadt reserviert. Der Nachmittag war voller Aktion und nach einer Runde durch die Stadt und der Heimfahrt mit dem Bus folgte das Abendessen. Eine Taizeandacht am späten Abend mit Liedern und Gebeten stärkte die Gemeinschaft für den Besuch in Auschwitz.

Dienstag, 02.08.2011 „ Zukunft braucht Erinnerung“

Die Anreise nach Auschwitz (Oswiecim) mit Bus und Bahn dauerte den ganzen Vormittag. Nach dem Weg zum Museum und einer Wartezeit wurde die Gruppe getrennt und bekam eine deutsche bzw. polnische Führung. Über mehrere Stunden verfolgten wir aufmerksam und bewegt die Erläuterungen und sahen unglaubliche Bilder, Räume, Plätze und Dokumente. Es folgte eine Fahrt nach Birkenau, die uns die Größe und Dimension der Vernichtung noch deutlicher machte. Zurück am Lager trafen wir wieder zusammen und gingen meist schweigend zum Bahnhof zurück. Dass es unmittelbar am Lager eine Stadt dieser Größe gibt, war uns nicht bekannt und hat uns überrascht. Am späten Nachmittag haben wir zusammen in Oswiecim gegessen und die Rückfahrt angetreten. Der Abend war offen für Gespräche und Spiele im Haus und Garten ganz nach Bedarf .

Mittwoch, 03.08.2011

Wie kann der Frieden in der Welt aussehen? Diese Gedanken beschäftigten die Gruppe am Vormittag. In drei Gruppen diskutierten und gestalteten sie Plakate zum Thema. Zum Abschluss der Woche wurden Meinungen zur Begegnung anonym aufgeschrieben und von den Leitern ausgewertet. Ein positives Ergebnis freute und stärkte das Leitungsteam! Ein ausgefallener Programmpunkt wurde nachgeholt, es folgte ein Besuch des Kletterparkes am Rande der Stadt. Nicht ganz so wie erhofft, aber aufregend war die Meinung der tapferen Kletterer. Nach der Ankunft am Abend erwartete uns ein Lagerfeuer und Grillabend zum Abschluss der Begegnung. Später bedankte sich die deutsche Gruppe in polnischer Sprache und überreichte Abschiedsgeschenke. Eine Kunst -Postkarte von Dortmund gab es für die polnische Gruppe, einen Stadtführer von Dortmund für die polnischen Gruppenleiter und als Überraschung ein Mousepad für alle Teilnehmer mit Logo und den Daten der Begegnung. Bis Mitternacht wurde am Feuer gesessen und gelacht.

Donnerstag , 04.08.2011

Koffer packen, aufräumen hieß es am Morgen, danach wurden im Garten die Plakate vorgestellt und erklärt. Gemeinsam bedankte sich die Gruppe mit einem Geschenk bei Kinga, einem sechzehnjährig , freundlichen Mädchen, die hauptsächlich für unsere Mahlzeiten gesorgt hatte! Auch dem Leiter des Hauses wurde ein Geschenk überreicht. Das letzte Mittagessen mit 200 Piroggen ( gefüllten Teigtaschen ) wurde noch verputzt und dann folgte der Abschied. Mit einem Kleinbus fuhr die deutsche Gruppe nach Kattowitz zum Flughafen und kam ziemlich knapp dort an.
Das Flugzeug landete pünktlich um 16.50 Uhr in Dortmund. Die polnische Gruppe erreichte am späten Nachmittag mit dem Zug ihre Heimatstadt Breslau.

Die Begegnung soll 2012 mit einem Besuch in Deutschland weitergeführt werden!

Danke für die Unterstützung dieser Jugendbegegnung!

An die Gemeinden im Pastoralverbund Marten-Oespel-Kley.
an alle Freunde und Bekannte, die mitgedacht und mitgearbeitet haben,
an die Mitarbeiter und das Präsidium der St.Hedwig-Stiftung in Dortmund
und Breslau sowie das Deutsch – Polnische Jugendwerk.

Für das Leitungsteam, M. Wilke

Brücken bauen
Das sind vor allem Brücken zwischen den Herzen.
Solche Brücken wachsen durch Begegnung durch gewagtes Vertrauen
und durch Behutsamkeit.
Es gibt nichts Schöneres, als das „ nach Auschwitz“ aus Oswiecim der Glaube an die Macht der Liebe, an den Sieg der Menschlichkeit strahlt.
Boschafter aus Oswiecim –Botschafter des Sieges der Liebe über den Tod?“
Das Schwerste an der Liebe ist die Geduld. Gebet ist die Geduld der Liebe.
Gebet führt zum Sieg der Liebe .Deshalb gehören Dialog und Gebet zusammen.
Wenn neue Freundschaftsnetze wachsen, obwohl-oder gerade weil-wir um die Wunden der Vergangenheit wissen, dann ist das das beste Fundament für eine Wunden der Vergangenheit wissen, dann ist das das beste Fundament für eine echte Europäische Gemeinschaft.
Priester Dr. Manfred Deselaers,
Mitarbeiter im Zentrum für Dialog und Gebet in Auschwitz